Südseetulpen – Pressespiegel

SüdseetulpenDer „Online Merker“ schreibt am 17.03.2017:
„(…)
Regisseur Robert Lehmeier zeichnete gemeinsam mit seinem Bühnenbildner Tom Musch für eine Inszenierung verantwortlich, die ein bestens funktionierendes Theater auf dem Theater gewährte, die Möglichkeiten der Drehscheibe raffiniert einbezog und alle Darsteller, einschließlich der von Stefan Bilz einstudierten Damen und Herren des Chores, zu (…) plausiblen Aktionen anregte. Die historisch fein nachempfundenen Kostüme steuerte Ingeborg Bernerth bei. Auch Choreograph Danny Costello legte Wert auf rasanten tänzerischen Einsatz (…).

Die „Sächsische Zeitung“ schreibt am 02.03.2017:
„(…)
Die Musik nimmt dankbar die vielfältigen Möglichkeiten an, in wechselnden Zeiten und Räumen mit musikalischen Moden und Stilen zu spielen. Händel und Bach, Mozart, Strauss und Wagner klingen auf, werden zitiert, verfremdet, umgedreht. Schrille Klangflächen, deftige Blasmusik, schwelgende Melodien und schwingende Walzer sind die illustrierende musikalische Begleitung der Reise (…). Schweitzers Musik hat (…) Hintergründigkeit. Es ist ein intellektuelles wie sinnliches Vergnügen, seinen Kapriolen durch die Musikgeschichte zu folgen. (…)
Das Inszenierungsteam hat mit vielen Ideen und Mut zur Zuspitzung das Fabulieren, Zitieren und Aufgreifen von Klischees der Stückvorlage auf die Spitze getrieben.
Ekkehard Klemm am Pult, Opernchor und Robert-Schumann-Philharmonie, das Ballett sowie ein Dutzend Sänger in doppelt so vielen Rollen, ein Statist und ein Hund sind mit Eifer dabei, das Ganze zum theatralischen Ereignis werden zu lassen. (…)“ (Jens Daniel Schubert)

orpheus“ schreibt in der Ausgabe März/April 2017:

„(…) Als eine revuehafte Zeitreise zweier Finanzgenies mit einer besonderen Gabe für risikoreiche Spekulationen (Reto Raphael Rosin und Andreas Kindschuh) aus der Gegenwart ins 18. Jahrhundert und danach ins 17. Jahrhundert ist das Ganze ein Crashkurs in Sachen: So werde ich mein Geld los! Hier werden Tulpen zum Spekulationsobjekt für Geldvermehrung und Kapitalverluste. Es zeigt sich, dass die jüngsten Finanzskandale, Börsencrashs und Bankinsolvenzen auch schon in vergangenen Zeiten mit königlichem Segen einige reich, viele aber arm machten. Diese Zeitreisen werden in der einfallsreichen und spritzigen Inszenierung von Robert Lehmeier zu einer einzigen Theatershow mit rasanter Szenenfolge. Die Phantasie der Zuschauer wird gefordert, wenn auf und hinter einer Bühne das Spiel an wechselnden Schauplätzen und unterschiedlichen Zeiten vor plüschigen Rängen (britisches Parlament, Schiffsdeck und Holländer-Hafen) abläuft. Theater auf dem Theater und das gekonnt in Szene gesetzt (Tom Musch), überzeugend dabei der Chor in immer neuen kunterbunten Kostümierungen (Ingeborg Bernerth). (…) Bei dieser Zeitreise werden viele historische Prominente und ihr Finanzgebaren mit Augenzwinkern unter die Lupe genommen. In mehr als 20 Rollen haben die Solisten viel Gelegenheit, sich zu profilieren. Und dabei nehmen sie sich selbst nicht so ernst (…): Franziska Krötenheerdt vor allem als Queen Anne und Königin Amalia, Sylvia Rena Ziegler als fulminante Südsee-Schönheit Pandora. Andreas Beinhauer u. a. als Biemoto, der aus der Vermögensaufstellung seines Chefs Peter Stuyvesant (Hans Gröning) eine tolle Registerarie à la Mozart macht. Und das Ballett heizt nicht nur mit einem Holzschuhtanz bei der Tulpenauktion die Stimmung an. Eine originelle Idee ist, dass mit Finanzbegriffen und Anweisungen für das Orchester als Leuchtband man Verstehenshilfe für die Mechanismen des Kapitalmarktes gab. Musikalisch holt Ekkehard Klemm das Optimale aus der Partitur heraus. Das Orchester ist für die Sänger eine zuverlässige Stütze. Mit viel Beifall honorierte das Premierenpublikum vor allem das Ensemble und das Inszenierungsteam.

Opernwelt“ schreibt in der Ausgabe März 2017:

„(…)Der Regisseur Robert Lehmeier war zweieinhalb Stunden lang auf Buntheit und Belebung bedacht (…). Tom Musch ließ die Drehbühne munter von einem pittoresken Schauplatz zum nächsten gleiten. Besondere Anmut verbreiteten die Kostüme von Ingeborg Bernerth, auch die multiplen Tulpenformen der als Kopfschmuck auftretenden ‚kostbaren‘ Auktionsobjekte (…). Danny Costellos Choreografie galt nicht nur einer neckischen ‚Südsee‘-Tanztruppe, sondern auch veritablen holländischen Holzschuhtänzen (…). Reichlich zu tun (…) hatte der Opernchor (Stefan Bilz). Die Sängerdarsteller agierten mit erkennbarem Gusto: die beiden ‚exotischen‘ Pandora-Verkörperungen Elisabeth Holmer und Sylvia Rena Ziegler ebenso wie der markant baritonale Hans Gröning als Peter Stuyvesant. Die zwei conferencierenden Finanzgenies Blunt und Caswall (Reto Rosin, Andreas Kindschuh) konnten das (…) Interesse an den Vorgängen immer wieder neu wecken. Am meisten Spaß an der Sache hatte offenbar der Dirigent Ekkehard Klemm, ein Kenner und Könner der ‚Neuen Musik‘, der auch hier den wichtigsten Wachtpostenplatz versah.

Der „Stadtstreicher“ schreibt in Ausgabe 02/2017:

„(…) Jetzt, heute – wer hätte das gedacht – kommt eine neue Operette auf, die des 21. Jahrhunderts. Und Chemnitz macht damit den Anfang, großartig!
Es war das berüchtigte Jahr 2008, seit welchem eine Weltwirtschaft im Krisenmodus darauf hofft, ein unabsehbarer Aufschwung möge dem absehbar nächsten Groß-Crash zuvorkommen; da erkannte der Komponist Benjamin Schweitzer zusammen mit einem Herrn von Castenstein, der ihm das Libretto schreiben wird, dass sich da ein Thema bestens für eine Operette empfiehlt: das Thema der Geldspekulation und jener Blasen, die sie erstens hervor- und zweitens todsicher irgendwann zum Platzen bringt. (…) Die Theater Chemnitz (…) erkannten richtig, welch bedeutende Inspiration eine Operette aus dem Thema ziehen könne, und vergaben den Auftrag – der jetzt zu seiner veritablen Uraufführung gefunden hat, (…) so aktuell wie im Augenblick der ersten Idee. Und was ist rausgekommen?
Ich bin sicher: Für die Opernhäuser der Kultur-Hauptstädte dieser Welt wäre das, was unsere Oper da geleistet hat, ein Glanz- und Ruhmespunkt (…), eine Darbietung auf höchstem Niveau in jeder Hinsicht. Das agiert und singt und spielt alles mit solchem Witz und so bunt bewegt in den vielen Einzelheiten, dass Regieteam, Sänger und Orchester enthusiastischen Jubel ernten. Wir sehen das zauberhaft komische Talent von Franziska Krötenheerdt als Klischee-Frau Antje, als Queen Anne oder Frau Zufall. Wir sehen einen schauderhaft kalt-rechnenden Peter Stuyvesant von Hans Gröning, sehen ein lachhaft windiges Spekulantenduo aus Andreas Kindschuh und – geht nicht besser – Reto Raphael Rosin, sehen Newton, Händel, Lady Hamilton, Käptn Blaubär oder eine reizvoll verdoppelte, doppelt schöne Pandora. Dass diese von zwei verschiedenen Sängerinnen verkörpert wird, ist zwar Folge von Schwierigkeiten, die dieser Aufführung zahlreiche Erkrankungen gemacht haben. Doch nur umso erstaunlicher, wie alles glückt: Lady Hamilton etwa wird von Sylvia Schramm-Heilfort stumm gespielt und von Sophia Maeno – ganz hervorragend – aus dem Proszenium gesprochen und gesungen und es hat nichts von einer Notlösung, sondern den Reiz eines eigenen Einfalls. Und schließlich Ekkehard Klemm, mit dem auch die Philharmonie eine verteufelt anspruchsvolle Partitur begeisternd meistert.

concerti.de schreibt am 16.01.2017:

„(…) Franziska Krötenheerdt ist nicht nur Queen Anne und Königin Amalie der Niederlande: Die Sympathieträgerin schlüpft (Bonus!) auch noch in die Rolle der Fernseh-Ikone Frau Antje, die für Holland steht wie Clementine für Ariel.
(…) Der Anspruch von Schweitzers Partitur ist (…) den Zeichen, Zitaten, Informationen und dem Feinsinn von Castensteins Text mindestens ebenbürtig, übertrifft diesen vielleicht sogar. Der erste Teil in der Südsee und London ist (…) ein Werk der allerfeinsten Übergänge von vertrackt synkopischen Akkordschichtungen, atmosphärischen Pizzicato- und Percussion-Reihen im Orchester. Über all dem tasten sich die Soli mit ebenbürtig allerfeinsten Übergängen zwischen Melodram, extra trockenen und seltener etwas fruchtigeren Rezitativen, ariosen Gebilden und wenigen Melodien vorwärts. Da hat (…) die ‚South Sea Company‘-Hymne Hitpotenzial (…). Irrwitziges leistet der Chor unter Stefan Bilz – als Matrosen, Jamaikaner, Briten, Holländer und-und-und (…).
Operette trifft Musical und Comedy
Im zweiten Teil wird es etwas musical-operettiger und sogar comedygemäß heimeliger – auch dank der Inszenierung Robert Lehmeiers, der einige Ballettherren zu Holzschuhtänzerinnen macht und aus Männern grüne Tulpenstengel mit pastellfarbenen Blätterkronen formt. Das ist voll trendkonform die genderkorrekte Umkehrung jener Tänzerinnen (!) mit Palmblattgürteln in früheren ‚Blumen von Hawaii‘, an die sich reifere Operetten-Connaisseurs noch bestens erinnern. Da wogt es aus Partitur und Graben fast ebenso flirrend wie bei Schreker und Lehár. (…)
Robert Lehmeier und Tom Musch pressen die Wirtschaftswelt von heute, die Tulpen und den Warenwirbel von gestern auf eine Bühne, die zu sehen ist von vorne und später von hinten. Das ist eine aufhellende Raumidee für die (…) Gedankenvielfalt. Voll im Operettenmetier sind die heutigen Kostüme mit barockem Zitat-Appeal von Ingeborg Bernerth. (…) Ultimativer Superstar dieser ‚Südseetulpen‘ ist die schwarze Bassett-Dame Hariett Lady of Orplid. Wie sie mit hochadelig angedeutetem Hohlkreuz, distinguiert gesenktem Nacken und edler Schnauze ohne Bodenkontakt ihrem nachtrottenden Luxusleinen-Lakai die Schrittgeschwindigkeit diktiert – das ist fürwahr der Auftritt einer majestätisch hinschreitenden Königin. Hariett Lady of Orplid nickt hier und da mit echter Gloria, sie kann es!

Le nozze di Figaro – FAZ

Le nozze di FigaroUnd Cherubino ging zur Feuerwehr

Das Umculo Cape Festival kämpft in den Townships von Südafrika für den sozialen Wandel durch Musik

Jouberton, Anfang Oktober

Marcellina ist verärgert. Sie will nicht einsehen, dass Figaro ihr die Schau stehlen darf. Der Schürzenjäger und Kammerdiener des Grafen Almaviva hat sie nicht nur sitzenlassen, er wurde auch noch einem großen Komponisten verewigt. Wolfgang Amadeus Mozart heißt der, seine Oper „Le nozze di Figaro“ müsste aus ihrer Sicht eigentlich „Die Hochzeit der Marcellina“ heißen. „It´s about me!“, ruft sie, und das birgt eine Menge sozialen Sprengstoff – hier und jetzt, am anderen Ende der Welt, an ungewöhnlichem Ort.

Im südafrikanischen Jouberton gibt es dieser Tage Mozarts „Figaro“ zu erleben – ohne Orchester, aber mit Klavierbegleitung, und mit jungen schwarzen Sängern, die in den Arien Da Pontes Originalverse auf Italienisch singen, die Rezitative jedoch auf Englisch vortragen. Die Produktion hat das „Umculo Cape Festival“ gemeinsam mit der Northwest University in Potchefstroom realisiert. Für die Inszenierung zeichnet der deutsche Regisseur Robert Lehmeier verantwortlich, aus seiner Feder stammen auch die Dialoge. Jouberton ist ein Township bei Klerksdorp, 170 Kilometer südwestlich von Johannesburg. In dieser Gegend ist der schwarze Priester und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu groß geworden, Jazz-Trompeter Miles Davis hatte 1986 ein Album nach ihm benannt.

Le nozze di Figaro – Beeld Pretoria

La nozze di FigaroFigaro-dialoog dans betekenisvol in hierdie township

Townships is gewoonlik die plekke waar rewolusies begin ontbrand, waar politieke onmin in letterlik vurige protesoptogte ontaard en groot skade rondom noodsaaklike infradstruktuur die resultaat is von sulke optrede.

Dit is vir alle Suid-Afrikaners feitlik lets alledaags. Maar bring ´n mens Mozart na ´n township, is dit asof almal ´n vrolike hoed opsit, die lewe uit ´n ander hoek bekyk, terwyl die viering van talent die middelpunt van alle aandag word, al is die ontsnapping weg van hierdie werklikheid slegs tydelik.

Toe Mozart klaar en uitgeput was ná-sy voltooiing van Die huwelik van Figaro, sy ensemble-opera by uitnemendheid, skryf hy as ´n ondertitel die woorde „´n dolle dag“ op die titelblad neer.

Wozzeck – Opernwelt

WozzeckStationendrama

Es war ein Kuriosum der Operngeschichte, eine Art Doppel-Uraufführung in einem Zeitraum von vier Monaten: Im Dezember 1925 kam an der Berliner Staatsoper Alban Bergs „Wozzeck“ heraus, die grandiose Vertonung des grandiosen Büchner-Dramas; im April 1926 brachte das Stadttheater Bremen eine Opernfassung desselben Stoffes von seinem damaligen Generalmusikdirektor Manfred Gurlitt auf die Bühne – ohne dass beide Komponisten voneinander gewusst hätten. Jetzt – Kuriosum Nummer zwei – gab es eine ganz ähnliche Konstellation zwischen den Theatern Bremen und Bremerhaven: Genau drei Wochen nach der Premiere des Berg´schen „Wozzeck“ in Bremen konnte man in Bremerhaven das Parallelwerk von Gurlitt erleben.

Die beiden Opern, obwohl in vielen Passagen textidentisch, unterscheiden sich doch deutlich in ihrer Machart. Bergs atonale, aber ungemein expressive Komposition fasst den Stoff in eine musikalisch komplexe dreiaktige Form, während Gurlitt das Stück als schlichtes Stationendrama behandelt, in dem die einzelnen Szenen hart und ohne verbindende Zwischenspiele nebeneinandergesetzt sind. Die beiden Inszenierungen tragen diesen Unterschieden Rechnung: Das Bühnenbild in Bremen zeigt eine kunstvoll komplizierte Verschachtelung der einzelnen Spielorte, in Bremerhaven aht die Handlung eine einfachere Struktur (Ausstattung: Mathias Rümmler, Inszenierung: Robert Lehmeier): Das Geschehen entwickelt sich, indem aus der Gesamtgruppe der Mitwirkenden, die sich von Anfang an in einer Art kahlem Biergarten auf der sonst leeren, in kalt gleißendes Neonlicht getauchten Bühne befindet, jeweils die einer Szene zugehörigen Personen heraustreten.

Wozzeck – Nordseezeitung

WozzeckEs gibt kein Entkommen

„Wir arme Leut“ heißt es in Manfred Gurlitts musikalischer Tragödie „Wozzeck“. Regisseur Robert Lehmeier macht aus Büchners Dramenfragment im Großen Haus des Stadttheaters Bremerhaven eine Operninszenierung wie aus einem Guss.

„Der Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man hinunterschaut“. Kein Ort, nirgends und überall, der Vorhang hob sich vor Bierbänken und Biertischen unter nackten Neonröhren. Die Solisten und der Opernchor saßen auf der sich fast unmerklich drehenden Bühne, die Kostüme reichten vom Trainingsanzug zum Pelzkragen, von der Kittelschürze zum Minirock. Ein aus der Zeit gerückter Raum, der auf uns alle verweist, während Wozzeck zu Beginn seinen Hauptmann rasiert: „Langsam, Wozzeck, langsam. Er sieht immer so verhetzt aus. Ein guter Mensch tut das nicht“. Ist es ein Wartesaal? Oder doch ein Irrenhaus?

Menschen, die nicht mehr gebraucht werden, die aus etwas herausgefallen sind und nur noch vor sich hin kreisen: Robert Lehmeiers Tableau zeigt eine Gesellschaft ohne Liebe, ohne Empathie und Utopie. Es gibt für niemanden ein Entkommen, die abrupten Sprünge der Handlung meisterten der Regisseur und sein Ausstatter Mathias Rümmler in einem gleichbleibenden und dennoch variablen Bühnenbild. Die Leuchtröhren wurden abgesenkt und flackerten wie Lichtorgeln, die Bänke standen in einem klaustrophobischen Keller, in einer Kirche oder auf einem schnell rotierenden Karussell.

Wozzeck – musicalamerica

WozzeckMusicalamerica.com „Wozzeck“

… Stadttheater Bremerhaven has taken a no-holds-barred approach to the opera, lavishing love and care on a staging that is low budget in trappings but extravagant in polish and detail.
Director Robert Lehmeier´s production explores the famous outburst of Büchner´s „Wozzeck“, „Wir arme Leut“ (We poor people), which runs like a leitmotif through the score. Most interpretations assume that Wozzeck´s poverty is economic. Lehmeier takes it as a spiritual/emotional poverty, and gives us a classless society in which ennui reigns and the only currency is entertainment. In a world of oversatiation, moral values lose their meaning, and brutality is just another form of distraction. Nobody particularly cares what happens to Marie, not because she and Wozzeck are on a lower rung of the socio-economic ladder, but because nnobody cares what happens to anybody. The child, symbol of hope for the future – here portrayed as a young adult with a disabitlity – is largely ignored by all.

Der Graf von Luxemburg – kulturfreak.de

Der Graf von LuxemburgDer Graf von Luxemburg
Markus Gründig
Besuchte Vorstellung: 17. Oktober 15 (Premiere)

Sie gehören zum kulturellen Erbe dazu, auch wenn sie uns heute oftmals fremd vorkommen: Operetten. In Wiesbaden wurde jetzt Franz Lehárs walzerselige „Der Graf von Luxemburg“ neu inszeniert. Das Programmheft zitiert hierzu Camille Saint-Saens „Die Operette ist eine auf Abwege geratene Tochter der Oper – Aber nicht, dass auf Abwege geratene Töchter weniger charmant sind…“

Regisseur Robert Lehmeier verzichtete bei seiner Umsetzung auf eine grundlegende Neudeutung, zeigt sie als liebevolle Hommage an die vergangene gute Zeit. Die Einheitsbühne von Markus Meyer besteht dabei aus einem großen Hotelflur von heute (mit modernen Deckenlampen, Fluchtwegbeleuchtung, aufgestellte Feuerlöscher und Zimmertüren, die mit einer Scheckkarte elektrisch geöffnet werden). Letztlich ist er aber zeitlos gehalten und man kann sich auch gut das Jahr der Entstehung (1909) vorstellen. Der Schauplatz Paris wird lediglich mit einem Bild des Eiffelturms im Hintergrund angedeutet. Fastnachtskostüme im ersten Akt beschränken sich auf Ganzkörpertieranzüge, womit man in Wiesbaden am Puls der Zeit ist: In der aktuellen Big Brother Staffel tragen seit kurzem zwei Teilnehmer (Lusy und Thomas) jeweils Ganzkörpertieranzüge. Der von Albert Horne einstudierte Chor erscheint großenteils als Hotelpersonal, im schwarz-weißen Frack oder als elegante reife Damenriege, gerne auch mit Gehhilfe. Für Aufheiterung sorgen drei fesche Tänzer im Tütü (Kostüme: auch Markus Meyer,; choreografische Mitarbeit: Myriam Lifka). Allen gemein ist eine sehr große Spielfreude.

Comfort Ye – Auditorium

Comfort YEComfort and Hope
Matthias Hasse

Comfort Ye depicts a day in the life of one of South Africa’s countless “previously disadvantaged communities”, more commonly known as townships or informal settlements. The narrative draws together stories written by young members of the Bloekombos Secondary School choir.

Their narratives tell of love, loss, pursuit, murder, abuse, families torn apart. These are, sadly, not unusual stories in their community. They pose the question: In times of despair, where can you find hope? International music organisation Umculo became aware of these stories in the course of a four-year collaboration with the choir, and conceived the idea of creating a work of music theatre around them. In part, the goal was to reflect reality, to confront audiences through a new, strong performance piece. But the aim was also to give the young people the chance to express themselves, to sing and act their own stories as a way of coming to terms with their experiences, and to help them move towards a better future.

Comfort Ye – Opernwelt

Comfort YeMitten aus dem Leben
Saul-Francesco Uys Rootenberg

Seit fünf Jahren gibt es das «Umculo»-Festival: Musiktheaterprojekte für Jugendliche aus den Elendsvierteln Kapstadts.

Ein Schuss. Ein Schrei. Ein Todesfall. Eine Szene in den Cape Flats, draußen vor den Toren Kapstadts, dargestellt von Schülern der Bloekombos Secondary High School. Wir hören Händel und neue Klänge. Endzeitlich anmutende Arien und Duette aus den Oratorien «Messiah» und «L’Allegro, il Penseroso ed il Moderato» wechseln mit von Barock, Jazz und Xhosa-Melodien inspirierten Kompositionen der australischen Komponistin Catherine Milliken. In «Comfort Ye», der jüngsten Opernproduktion des sozialen Musikprojekts Umculo/Cape Festival, treffen unter der Regie Robert Lehmeiers, der auch für Konzept und Libretto verantwortlich zeichnet, vier professionelle Nachwuchssänger auf zwei Schauspieler und 22 Jugendliche. Deren Lebensgeschichten bilden die Basis des Geschehens.

Der Zarewitsch – Sächsische Zeitung

Der ZarewitschLehar „Der Zarewitsch“ Sächsische Zeitung

Sehnsucht nach dem Märchenprinzen

Lehars „Zarewitsch“ an der Dresdner Staatsoperette ist vielschichtig melancholisch, aber eindeutig schwul – und das funktioniert erstaunlich gut.

Der „Soldat am Wolgastrand“ ist eine der populären Melodien aus Franz Lehars Operette „Der Zarewitsch“. In der neuen Staatsoperetteninszenierung ist er, der Soldat am Wolgastrand, die personifizierte Sehnsucht des Titelhelden. Dabei erzählt die Operette eigentlich von einem kontaktscheuen Zarewitsch, der sich in die „eingeschmuggelte“ Geliebte verliebt, die ihn auf Geheiß seines Onkels auf den Ehestand vorbereiten soll.

Der Zarewitsch – Financial Times

Der ZarewitschHysteria is trumped by dark laughter – Die Schöne Helena/ Der Zarewitsch
Komische Oper/ Staatsoperette Dresden – Financial Times

Two state capitals, two operetta premieres, two gay takes on dated subject matter, two very different outcomes. Is operetta the new camp? Is camp the new conservative?

In Berlin, Barry Kosky turns Offenbach´s 1868 La Belle Hélène into a squealing, sequinned party; in Dresden, Robert Lehmeier transmutes Lehár´s 1927 Zarewitsch to today´s homophobic, repressive Russia.

Der Zarewitsch – Die Welt

Der ZarewitschPutin ist der Zar und hat einen schwulen Sohn – Die Welt

Franz Lehars „Zarewitsch“ wird an der Staatsoperette Dresden zur Satire auf die wachsende Homophobie in Russland

… Nun haben sie in den Dresden den russischen Bären Wladimir erneut ordentlich in die satirische Mangel genommen. Putin ist nämlich an der Staatsoperette die heimliche, stets im Hintergrund als Riesenbild anwesende Hauptperson in der Neuinszenierung von Franz Lehars tragischem Triefsingspiel „Der Zarewitsch“.

Das musste sich seit der Berliner Uraufführung 1927 viel Kritik gefallen lassen. Weil es zu sehr nach der großen Oper schielte, statt einfach dem Zauber der Lieder zu vertrauen, die der Komponist seinem Star-Protagonisten Richard Tauber in die Kehle geschrieben hatte.

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